Noch ne Insel: Ko Phagnan

Nach einigen Tagen des Nichtstuns und des Müßiggangs haben Carsten und ich mit einer abenteuerlichen Führe von Ko Samui zur Nachbarinsel Ko Phagnan übergesetzt. Da sich Vollmond, und damit die legendären “FullMoon”-Parties am Hat-Rin Beach näherten, war trotz Nebensaison eine Menge los.

So richtig viel kann man allerdings auf der Insel nicht machen, entweder extrem feiern und oder abhängen, dazwischen geht nicht viel. Wir erkunden die Insel und warten auf den Vollmond und die große Party.

Abendliche Strandidylle vor der Hütte

Abendliche Strandidylle vor der Hütte

Alles schon sehr auf Touristen zurecht gemacht, insbesondere auf die ach so unkonventionellen jugendlichen Bag-Packer, die – wie wir natürlich auch – letztendlich nur Touristen sind, die Ihren Spaß haben und dafür Geld lassen wollen.

Auf Ko Phangan und Ko Samui ist der Fischfang immer noch die größte Einnahmequelle der Einheimischen, also möchte ich gar nicht wissen, was in Phuket oder Pattaya abgeht. Aber da fahren wir ja auch nicht mehr hin, wir werden uns bald wieder gen Bangkok aufmachen.

Müßiggang auf Ko Samui

Von Ratchaburi sind wir mit dem Nachtzug nach Surat Thani gefahren, und von dort mit Bus und Fähre nach Ko Samui. Hier liegen wir jetzt erstmal am Starnd uns lassen und dier Sonne auf den Pelz scheinen.
Insgesammt haben wir bestimmt schon über 2500 Km in Thailand zurükgelegt, alleine von der Spitze in Norden (wir waren kurz vor der Laotischen Grenze) bis hier in den Süden sind es ca. 1600 Km, was mal eben der Entfernung von Kopenhagen nach Mailand entspricht. Also erstmal genug Kilometer gerissen. Beim Lonleyplanet gibt es eine schöne Karte, auf der man alles erkennen kann gibt es unter. Und nun zurück unter die Palmen, das Meer ruft!

Auf der Überfahrt nach Ko Samui

Auf der Überfahrt nach Ko Samui

Höhlen und Fledermäuse

Den Rummel in Ayuthaya haben wir 2 Tage ausgehalten, danach sind Carsten und ich nach Ratchaburi gefahren, eine kleine Stadt in der Provinz, wo wir wirklich die einzigen Touristen schienen. In der Gegend gibt es viele Höhlen, dier wir uns angeguckt haben. In einer hausen ca. 2 Millionen Fledermäuse, die abends zur Dämmerung ausschwärmen. Das dauert dann mindestens eine Stunde und war doch sehr beeeindruckend… ein unglaublich großer schwarzer Schwarm sucht geht auf Nahrungsuche. Dabei fliegen die Fledermäuse bis zu 30 Kilometer weit.

Millionen von Fledermäusen schwärmen aus

Millionen von Fledermäusen schwärmen aus

Reperatur unterwegs

Per Bus auf dem Weg nach Ayuttaya. Der Bus hatta natürlich eine Panne, obwohl wir uns den Luxus gegönnt haben, den “1st Class Air Condition” u.v.a.m. Bus zu nehmen. Carsten hatte sich noch gefreut, daß es ein echter, deutscher Mercedes Setra 303 war (im Gegensatz zu den ganzen gefälschten: Hier wird so ziemlich alles mit Mercedes-Sternenen und -Radkappen verziert.) Wartung oder Inspektion sind für die Leute hier Fremdwörter, mit einer guten Portion Gottvertrauen wird gefahren, bis etwas kaputt ist. Dann wird mit einfachsten Mitteln am Strassenrand repariert.

Bei unserem Bus war es die Lichtmaschine. Erst fiel das Bordvideoprogramm aus (kein Verlust, thailändisches Fernsehprogramm ist bis auf Thai-Boxen ungenießbar), dann die Innenbleuchtung und schließlich die Scheinwerfer. Hatte ich erwähnt, daß es ein Nachtbus war?

Man hält also in der nächsten namenlosen Ortschaft am Rande der sogenannten “Highways” an und fragt sich zu einer Autowerkstatt durch. Die erste kann nicht helfen weiß aber, wer eventuell helfen könnte, obschon mit Sicherheit auch kein offizieller Mercedes-Vertragshändler, eher ein Familienbetrieb. Geregelte Öffnungszeiten gibt es sowieso nicht, und so kommt die ganze Familie aus dem Haus, um eifrig an die Arbeit zu gehen.

Eine Autobaterie und ein LKW-Scheinwerfer werden herangeschafft und auf der Standspur (eher eine Multifunktions-Spur, hier fahren auch Radfahrer, Rickschas und mobile Küchen) in aller Seelenruhe begonnen, den Bus auseinanderzunehmen.

Die Reisenden nehmen den unfreiwilligen Zwischenstopp gelassen, keine Klagen, gnädiges Warten, bis die Lichmaschine mit neuen/erneuerten Kohlen wieder eingesetzt ist. Der Vorgang dauert ca. 1 1/2 Stunden, sodaß wir spät in der Nacht in Ayutthaya ankommen. Der Bus überläßt uns an einer Abfahrt einigen Rikscha Fahrern, die uns für den Transport in die Stadt nochmal richtig ausnehmen.

Merke: Nie “1st Class Air Condition” fahren! Die einfacheren 2. Klasse Überlandbusse sind zwar langsamer, dafür aber viel entpannter und billiger. Und nicht jeder Fahrgast dort hat ein ständig klingelndes Mobiltelefon.

Ruinen und Buddhas

Von Chiang Mai aus sind wir mit dem Bus nach Sukhothai gefahren. Sukhothai war früher mal die Hauptstadt von Siam, heute gibt es dort einen großen archäologischen Park. An vielen Stellen kann man allerdings nicht mehr erkennen, ist ja schließlich auch schon aus dem 13. -15 Jahrhundert.

Tempelruine in Sukhothai

Tempelruine in Sukhottai

Das Dach Thailands

Nach dem Trek haben wir erstmal einen Tag nur ausgespannt. Heute haben wir uns noch mit einigen Leuten, die wir in den letzten Tagen kennen gelernt haben, einen Jeep gemietet und sind in den Doi Ithanoi Nationalpark gefahren. Dort ist der höchste Berg Thailands, allerdings nicht wegen seiner Hoehe sehenswert, (die eigentliche Bergspitze ist potthässlich mit einer Radarstation des Militärs verbaut) sondern wegen der atemberaubenden Wasserfälle und der Natur.

Wasserfall am Doi Ithanon

Wasserfall am Doi Ithanon

Kein Kambodscha

Kambodscha haben wir geknickt. Irgendwie ist man immer länger unterwegs, irgendwie gibt man immer mehr Geld aus, irgendwas ist immer noch zu sehen und im Zweifel geht immer was schief. Nicht, daß das schlimm wäre, aber man muss hier halt in anderen Dimensionen denken, als man es von Europa gewohnt ist. Also musste Kambodscha dran glauben, Visum und der ganze Aufwandt standen in keinem Verhältnis zu dem, was wir in Angkor uns in der kurzen Zeit hätten angucken können. Dafür fahren wir jetzt nach Sukhothai und Ayutthaya.

Alles geht

Ich bereue, dass ich nicht das USB-Kabel mitgenommen habe, denn dann könnte ich Euch jetzt schon Bilder schicken. Internetkaffees gibt es ohne Ende, technisch sind die echt fit hier und es gibt alles zu kaufen, wirklich alles. Das betrifft im übrigen auch die negativen Seiten: Der Sextourismus ist zumindest in den grossen Städten nicht zu übersehen und ist in meinen Augen sehr abstoßend. Damit meine ich nicht die Thai-Mädels, sondern viel mehr die Tatsache, daß junge Mädchen schon am frühen Nachmittag in Scharen in Bars auf Kundschaft warten (müssen).
Ansonsten: Braucht einer noch ein Bayern-Trikot für 5 Mark?

Und sonst?
Essen gut, Wetter gut, Gesundtheit gut!
(halt das, was man auf einer Karte so schreibt :-) )

Welcome to the Jungle

So gross, so grün, Wahnsinn. Nach nur 2 Stunden Autofahrt von Chiang Mai sind wir im tropischen Regenwald.

Die erste Stunde Autofahrt war harmlos, im Vergleich zu dem, was uns erwartete. Es ging über asphaltierte Straßen zügig Richtung Laotischer Grenze in das sogenannte goldene Dreieck. Von der Straße aus sehen wir vereizelte freilaufende Elefanten. Bei einem Zwischenstop wird der Proviant (Wasser!) noch einmal aufgestockt. Jetzt geht es nur noch über tief ausgewaschene Pisten hinauf in die Berge. Schon bald müssen wir vom Jeep runter, weil die “Schlaglöcher” unglaubliche Ausmaße annehmen.

Völlig ausgewaschen, da hilft kein Allrad mehr.

Völlig ausgewaschen, da hilft kein Allrad mehr.

Die Regenfälle letzten Tage haben in unseren Weg tiefe Rinnen hinterlassen, die stellenweise einen halben Meter tief sind. Da hilft kein Allrad mehr. Eine halbe Stunde Zwangspause, während die Strecke mit groben Gerät präpariert wird. Danach dürfen wir den Jeep die Berge hochschieben -ziehen und -beten, bis die Strecke wieder besser wird. Wir sind jetzt oberhalb einer aufgrund der schwülen Hitze tief hängenden Wolkendecke und das Wetter klart etwas auf.

Ich komme mir vor wie auf irgendeiner Camel-Adventure-Tropy. Die letzten 3 Tage haben meine Ansichten von nass & trocken, sauber & dreckig, notwendig & Luxus grundlegend verändert. Trocken ist alles, was nicht tropft. Notwendig scheinen mir auf einmal nur noch meine Kleidung, Nahrung und ein überdachtes Schlaflager.

Ich bin froh, daß ich mein Mobiltelefon zuhause gelassen habe. Auch wenn ich davon überzeugt bin, daß es selbt hier im tiefsten Urwald funktionieren würde (Thailand ist mittlerweile übersät von Mobilfunkmasten), vermisse ich es kein Stück. Ich bin mir sogar sicher, daß mich irgendjemand von meinen Arbeitskollegen nachts rausklingeln würde, um mich zu fragen, ob ich für ihn arbeiten könne. Nein, ich bin verhindert.

Meine Digicam schlägt sich wacker, sie hat sogar einen Sturz von einem Elefanten und das Rafting auf Bambusflößen unbeschadet überstanden.