Lendl vs. Chang

Ich sah die Mücke da drüben, konnte sie aber nicht totmachen.

Ivan Lendl nach seiner 6:4, 6:4, 3:6, 3:6, 3:6-Niederlage gegen Michael Chang. Beide hatten über sich 4 Stunden und 43 Minuten ein erbitterten Kampf geliefert, der damals 17jährige Chang gewann das Match und anschließend als jüngster Spieler aller Zeiten die French Open.

Susan Strange: Mad Money. When markets outgrow governments

Essay zum Hauptseminar

Internationaler Währungsfond und Reform der Internationalen Fianazarchitektur

Sommersemester 2003, Sitzung vom 20.05.03

Strange erklärt den von ihr geprägten Begriff des ‘Kasino-Kapitalismus’ und zählt Entscheidungen auf, die ihrer Meinung nach für dessen Entstehung verantwortlich sind. Dabei verweist sie immer wieder auf ihr Erfolgswerk ‘Casino Capitalism’ von 1986, in der sie viele Entwicklungen dieser Entwicklungen bereits vorhergesagt hatte.
Ausgangspunkt von Stranges Überlegungen ist die Frage, ob sich eine Krise wie die Weltwirtschaftskrise von 1929/30 wiederholen kann. Dazu stellt sie kurz verschiedene Standpunkte und Positionen vor, von angesehen Ökonomem wie Charles Kindleberger bis zu Paul Erdmann, einem Autor von Finanz-Trillern. Strange schließt sich stillschweigend den ‘Pessimisten’ an, die Zusammenbruch und erneute Krise für möglich halten, und vertritt eine eher keynsianistische Position, die der vorherrschenden neoliberalen widerspricht. Der keynsianistischen Interpretation nach war die Weltwirtschaftskrise zu einem wesentlichen Teil eine Krise der Finanzmärkte. Daraus schließt sie, dass die Wahrscheinlichkeit in einer Kasino-Wirtschaft mit deregulierten Märkten sogar zunimmt.
Unbestreitbar bleibt, dass die Risiken minimiert werden müssen. Zwei wichtige Wege dazu wären schärfere Standards für den Bankensektor und ein internationales Insolvenzrecht. Es bleibt allerdings fraglich, ob sich diese Forderungen mehrheitsfähig sind.

Kohl vs. Panorama

Altkanzler Helmut Kohl begegnet Panorama-Reporter Stuchlik, der ihm heimtückisch auf einer Wohltätigkeitsvernasteltung aufgelauert hat.

Stuchlik: Herr Dr. Kohl. Guten Tag. Stuchlik, “Panorama” , eine Frage: Wof&ouml:r haben Sie die Gelder von Herrn Kirch bekommen?

Kohl: Ich habe überhaupt nicht die Absicht mit Ihnen ‘n Interview zu machen.

Stuchlik: Warum nicht?

Kohl: Sie sind doch von “Panorama” .

Stuchlik: Ja.

Kohl: Wissen’S doch, was das heißt. Sie haben doch mit Journalismus nix zu tun.

Stuchlik: Aber wofür haben Sie denn…?

Kohl: Aber Mensch, hörn Sie doch auf.

Stuchklik: Für welche Tätigkeiten haben Sie denn die Gelder bekommen?

Kohl: Damit ich Ihr Gesicht betrachte und das reicht mir.

Die Kamera folgt dem Altkanzler. Kohl fährt mit dem Aufzug in die VIP-Lounge. Schnitt. Kohl kommt zurück.

Stuchlik: Ich darf Sie noch mal fragen: Wofür haben Sie denn die Gelder von Leo Kirch bekommen?

Kohl: Das kann ich Ihnen sagen. Die Gelder sammle ich, um das nötige Geld zu haben, um jetzt eine große Untersuchung anzustellen über die Vaterlandsverräter und Leugner der Deutschen Einheit. Etwa bei bestimmten Machenschaften der ARD.

Stuchlik: Das heißt, Sie würden uns Vaterlandsverrat vorwerfen?

Kohl: Teilen der ARD und natürlich den Machenschaften von vielen Jahren, die in Ihrer speziellen Sendung vorgekommen sind. Das wollte ich Ihnen gern sagen und das können Sie live senden. Natürlich werfe ich Teilen von Ihnen Landesverrat vor. Was anderes war’s ja auch nicht.

Stuchlik: Aber Sie haben kein schlechtes Gewissen wegen der Gelder, die Sie von Herrn Kirch bekommen haben?

Kohl: Ihre Freunde haben mit dem Herrn Mielke (Anm: Erich Mielke, Ex-Chef der Staatssicherheit der DDR) ihre Geschäfte gemacht, ich nicht.

Stuchlik: Reden wir nicht von Herrn Mielke, reden wir von Herrn Kirch.

Kohl: Ich rede von Ihnen.

Mario Giovanoli: A New Architecture of Global Financial Market

Essay zum Hauptseminar

Internationaler Währungsfond und Reform der Internationalen Fianazarchitektur

Sommersemester 2003, Sitzung vom 13.05.03.

Giovanoli geht es in diesem Kapitel hauptsächlich um die rechtlichen Rahmenbedingungen einer globalisierten Wirtschaft. Er zeigt, welche Entwicklungen es gibt, welche Aktuere damit beschäftigt sind, neue Standards zu schaffen und wie sie versuchen, ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen.
Eine Reform wird allerdings langwierig und schwierig werden: Bei der Unmenge von Akteuren mit nur vage umrissenen Kompetenzen scheint effizientes Arbeiten unmöglich und ihre verschiedenen Interessen werden nur schwer auszugleichen sein. So wird statt eines umfassenden international verbindlichen Gesetzeswerkes wohl kaum mehr als eine Sammlung gut gemeinter Selbstverpflichtungen herauskommen, deren Anerkennung und Umsetzung jedem Staat selbst überlassen bleiben.
Auch die Legitimation des Reformprozesses wird einmal mehr infrage gestellt. So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass die G7-Nationen annähernd die Hälfte der Stimmen im IWF besitzen. Eine politisch wie geografisch gerechtere Verteilung würde jedoch die Reformen noch schwieriger machen.
Reicht das Konzept des ‘Soft Law’ aus, um den internationalen Finanzmärkten wieder Struktur und Kontrolle zu geben?

Wolfgang Filc: Die Schaltzentrale der Globalisierung – der Internationale Währungsfonds

Essay zum Hauptseminar

Internationaler Währungsfond und Reform der Internationalen Fianazarchitektur

Sommersemester 2003, Sitzung vom 06.05.03.

Nach einer ebenso anschaulichen wie überflüssigen Schilderung des äußeren Erscheinungebildes von IWF und Weltbank wendet sich Autor Wolfgang Filc der Geschichte beider Instititionen zu. Dabei zeigt er den Paradigmenwechsel, der mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971 einher ging, deutlich auf und weist auf die institutionelle wie personelle Vormachtstellung der Vereinigten Staaten im Währungsfonds hin.
Die Mexiko-Krise markiert 1982 einen weiteren Bruch in der Geschichte des IWF: Nie vorher haben die USA so massiv ihre eigenen Interessen vertreten, auch gegen den Willen anderer Mitgliedsländer. Seit 1982 jedoch gibt es eine Entwicklung, die den Währungsfonds mehr und mehr als das ‘Politbüro’ – wenn nicht der USA, dann doch der Industrienationen, je nachdem, wie groß mal wieder der Konsens war – zur Durchsetzung politischer Interessen mit wirtschaftlichen Mitteln erscheinen lassen.
Der IWF hat ein gewaltiges Legitimationsdefizit: Zu der fehlenden Kontrolle kommen Bürokratie und ‘Korpsgeist’, die einen pluralistischen politischen Wettbewerb verhindern, der Konsens des Denkens (‘Washingtoner Konsens’) heißt Marktfundamentlismus.
Was also ist der IWF: Notwendiger Schützer der Wirtschaft oder Versicherungsschutz für die Anleger aus reichen Ländern?