Trikot-Geheimnis gelüftet

Ursprünglich sollten die neuen Trikots der Nationalelf erst im November vorgestellt werden, durch eine Panne wurde das neue Design jedoch schon jetzt bekannt. Einem Fotografen gelang es, bei den Dreharbeiten für einen neuen Werbespot im Berliner Olympiastadion Fotos der Nationalspieler Sebastian Deisler, Lukas Podolski und Gerald Asamoah zu machen, allesamt in den neuen Adidas-Trikots.

Heute morgen wurden die Trikots dann in der BZ präsentiert, mittlerweile kann man auch einige Bilder im Internet bewundern. Schaut sie Euch an!

AVM Fritzcards und Fedora Core 4

Update 08.08.2006: Nutzer von Fedora Core 5 lesen bitte diesen Artikel.

Nachdem mit dem heutigen Update der selinux-policy-targeted Unterstützung für das capifs bereitsteht, nehme ich mir die Zeit, ein kurzes HowTo zur Verwendung der AVM FritzCards unter Fedora Core 4 zu schreiben.

Zumindest die internen ISDN-FritzCards arbeiten mit den bewährten Hisax-Treibern unter Fedora auf Anhieb problemlos, wer aber für Anwendungen wie Fax-over-ISDN die proprietären CAPI-Treiber von AVM nutzen will, muß aufgrund der Probleme mit udev ein wenig Handarbeit anlegen. Dazu später, ersteinmal gilt es, das AVM Kernelmodul fcpci zu installieren. Für die Fritzcard PCI gibt es fertige Pakete bei Axel Thimm, für andere Karten wie die FritzCard DSL muß man sich das Kernelmodul selbst bauen.

ISDN deaktivieren:

service isdn stop
chkconfig isdn off

Falls die Fritzcard in der Netzwerkkonfiguration system-config-network als Ethernet-Gerät auftaucht, diesen Eintrag löschen. Von der Konsole kann man das erledigen, indem man die Datei /etc/sysconfig/idsncard löscht/verschiebt und außerdem den entprechenden “alias ethX hisax” aus der Datei /etc/modprobe.conf löscht. Jetzt sollten bei Booten keine ISDN Module mehr geladen werden.

Installation mittel yum:

yum --enablerepo=at-stable install fcpci

Sollte yum dabei durcheinander kommen und Euren Kernel up- oder downgraden sollte, versucht es mit:

yum --enablerepo=at-stable install fcpci-kmdl-`uname -r`

Eigenbau des Moduls:

Wer dennoch das Kernelmodul selbst bauen möchte oder muß, läd es sich vom AVM-FTP-Server herunter, für die Fritzcard DSL und einen aktuellen 2.6.12er Kernel zum Beispiel das Archiv fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz.

Zum Übersetzen muß das Paket kernel-devel (des aktuellen Kernels) installiert sein.

yum install kernel-devel
wget ftp://ftp.avm.de/cardware/fritzcrd.dsl/linux/suse.93/fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz
tar xzf fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz
cd fritz
make
make install
depmod -ae

Die letzen beiden Befehle müssen als root ausgeführt werden, bei der DSL Karte muß root zusätzlich noch die Firmware fdslbase.bin nach /usr/lib/isdn kopieren:

cp fdslbase.bin /usr/lib/isdn.

Wenn depmod keine Fehler gebracht hat, geht es weiter mit der Anpassung der /etc/capi.conf. Da diese nicht im Paket von Axel Thimm enthalten ist, poste ich meine mal in voller Länge. Bis auf die eingebaute Karte müssen alle anderen Einträge auskommentiert sein.

# card file proto io irq mem cardnr options
#b1isa b1.t4 DSS1 0×150 7 – – P2P
#b1pci b1.t4 DSS1 – – – -
#b1pci – – – – – -
#b1pci – – – – – – P2P
#b1pciv4 b1.t4 – – – – -
#c2 c2.bin DSS1 – – – -
#c2 – DSS1 – – – -
#c4 c4.bin DSS1 – – – -
#c4 – DSS1 – – – -
#c4 – DSS1 – – – – P2P
#c4 c4.bin DSS1 – – – – P2P
#t1isa t1.t4 DSS1 0×340 9 – 0
#t1pci t1.t4 DSS1 – – – -
#fcclassic – – 0×300 5 – -
fcpci – – – – – -
#fcpcmcia – – – – – -
#fcpnp – – 0×150 10 – -
#fcdsl fdslbase.bin – – – – -
#fcdsl2 fds2base.bin – – – – -
#fcusb – – – – – -
#fcusb20 fus2base.frm – – – – -
#fcusb21 fus3base.frm – – – – -
#fxusb – – – – – -
#fcdslusb fdsubase.frm – – – – -
#fcdslsl fdssbase.bin – – – – -
#fcdslslusb fdlubase.frm – – – – -

Wer denkt, jetzt die capi mittels capiinit starten zu können, irrt sich. Zuerst gilt es noch, zwei udev-Rules anzulegen. Ich habe das in der Datei /etc/udev/rules.d/10-capi.rules getan:

SYSFS{dev}=”68:0″, NAME=”capi20″
SYSFS{dev}=”191:[0-9]*”,NAME=”capi/%n”

(Hintergründe dieses dirty Hacks in diesem Bugzilla Eintrag)

Immer noch meldet capiinit beim ersten Start, daß kein /dev/capi20 vorhanden ist, udev erstellt es leider erst, nachdem capiinit scheitert. Deshalb ein weiterer kleiner Hack:

cd /etc/udev/devices
mknod -m 666 capi20 c 68 0

Auch nicht schön, aber der Aufruf von capiinit sollte jetzt keine Fehler mehr produzieren und alle Module laden. Wir überprüfen das:

# lsmod
Module Size Used by
fcpci 589592 0
capi 17537 0
kernelcapi 46561 2 fcpci,capi
capifs 5961 2 capi
...

Sieht gut aus, jetzt ist es an der Zeit, ein init-Skript zu erstellen, um die Capi automatisch beim Systemstart zu laden. Mein /etc/init.d/capi sieht so aus:

#!/bin/sh
#
# capi Script to start and stop capi for passive ISDN Cards
#
# chkconfig: – 55 45
# description: capi4linux is a CAPI 2.0 Implementation by AVM # for passive ISDN-Cards like the die Fritz!Cards
# probe: true

# Source function library.
. /etc/rc.d/init.d/functions
[ -f /sbin/capiinit ] || exit 0
[ -f /etc/capi.conf ] || exit 0
RETVAL=0

# Starten oder stoppen?
case “$1″ in
start)
# Start
echo -n “Starting capi4linux: ”
## If you have trouble with capiinit load the modules
## with modprobe. Should not be necessary at the moment!
# modprobe capifs
# modprobe kernelcapi && modprobe capi && modprobe fcpci
/sbin/capiinit
RETVAL=$?
echo
;;
stop)
# Stop.
echo -n “Stopping capi4linux: ”
/sbin/capiinit stop
## removing capifs DOES NOT work (Module in use)
# rmmod capifs
RETVAL=$?
echo
;;
status)
capiinfo
exit $?
;;
restart)
$0 stop
$0 start
;;
*)
echo “Usage: capi {start|stop|status|restart}”
exit 1
esac

exit $RETVAL

Drei Handgriffe, damit unser neues Script bei jedem Boot ausgeführt wird:

chmod +x /etc/init.d/capi
chkconfig --add capi
chkconfig capi on

Bevor ihr neu bootet stellt sicher, daß ihr mindestens selinux-policy-targeted-1.25.4-10 installiert habt oder SELinux deaktiviert/im permissive Mode läuft, anderenfalls werdet ihr eine Menge Kernel-Oopses sehen, bei mir waren es 118 nur während des Bootens (mehr dazu hier).

Auf die Konfiguration der des ppp gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein, die Dokumentation von AVM sollte ausreichen. Für alle, die es gerne ausführlich mögen:

GoogleTalk und die Zukunft von Google

Google, der Marktführer unter den Suchmaschinen, hat ein neues Produkt am Start: Den Messenger GoogleTalk. Mit GoogleTalk können Nutzer von Googles E-Mail Dienst Gmail mit fast allen ihren Freunden via Internet chatten und telefonieren, egal welches Programm oder Protokoll diese nutzen. Bisher werden leider nur GMail Konten unterstützt, aber ICQ und die Protokolle von AOL und MSN sind in Planung, weitere können folgen, da GoogleTalk das OpenSource Protokoll Jabber bzw. den daraus entwickelten XMPP-Standard nutzt.

Für Windows steht eine englischsprachige Version von GoogleTalk zum Download bereit. Nutzer anderer Betriebssysteme können den Dienst mit anderen Clients nutzen, die das Jabber Protokoll beherrschen, allerdings müssen sie dabei auf die Möglichkeit der Internettelefonie verzichten.

Pünktlich zur Einführung von GoogleTalk macht sich der Spiegel Gedanken über die Zukunft des Unternehmens Google. Thomas Hillenbrand hat einen lesenswerten Artikel verfasst, in dem er 5 Szenarien skizziert, wo Google im Jahr 2010 steht. Ich persönlich denke, keiner seiner Entwürfe zutreffen wird, vielmehr wird die “Krake Google” von allem etwas machen; Suche, Digitales Archiv, Messenging und vorallem personalisierte Werbung.

Yps is back!

Knapp 5 Jahre lang war Pause, seit heute gibt es sie wieder: Die gute alte “Yps mit Gimmik”.

Die Macher der Yps vom Berliner Ehapa-Verlag rechnen sich bei der derzeitigen Retro-Welle gute Chancen aus, das 1999 eingestellte Kultmagazin für kleine und große Kinder wieder längerfristig am Markt zu etablieren. Die jetzt in einer Auflage von 150.000 Stück erscheinende Nummer 1254 ist aber erstmal nur ein “Appetizer”, anschließend folge “eine kurze kreative Denkpause, um die Resonanz unserer Leser in das Konzept einbinden zu können” und danach “schau’n mer mal”, so die Macher in einem Interview auf der Yps-Homepage.

Die erste Yps erschien am 13. Oktober 1975. 1999 übernahm der Ehapa Verlag das Magazin von Gruner + Jahr, um es im Oktober 2000 nach 1237 Ausgaben einzustellen. Dem Verlag war es nicht gelungen, das Image des einstmals guten Coimicmagazins wiederherzustellen, mit billigen Eigenproduktionen statt Klassikern wie “Asterix” oder “Lucky Luke” hatte man in den 90ern zu viele Leser vergrault.

Womöglich droht uns jetzt eine Retro-Flut: In Hamburg sitzt man an einem Relaunch von “Fix und Foxi” und auch über eine Rückkehr Perry Rhodans wird gemunkelt.

Frère Roger bei Attentat getötet

Wie ich soeben mit großer Bestürzung erfahren habe, ist Frère Roger, Gründer der internationalen ökumenischen Gemeinschaft Taizé, gestern abend bei einem Attentat getötet worden.

Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Nachrichtenmagazine ereignete sich der Anschlag während einer Andacht. Während die meisten Agenturen von einem männlichen Angreifer sprechen, berichten der Spiegel und das ZDF, daß es sich bei der Attentäterin um eine psychisch gestörte 36jährige Rumänin handeln solle, die mittlerweile im Gewahrsam der französischen Polizei sei.

Frère Roger wurde am 12. Mai 1915 als Roger Schutz in der Gemeinde Provence im schweizerischen Kanton Waadt geboren. In den 40er Jahren gründete der Pastorensohn die ökumenische Gemeinschaft der Taizé-Brüder, damals die erste ökumenische Brüderschaft weltweit. Über die Jahre wurde Taizé zu einem Musterbeispiel gelebter Ökumene und einem Treffpunkt vorallem jugendlicher Christen.

Für sein Wirken wurde Frère Roger mit zahlreichen Preisen geehrt. Unter anderem erhielt er 1974 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 1989 den Karlspreis der Stadt Aachen. Zuletzt hatte ihm Kardinal Ratzinger große Anerkennung gezollt, als er dem Protestanten Roger bei der Totenmesse für Papst Johannes Paul II. die Kommunion erteilte.

Die Welt hat einen großartigen Menschen und die christliche Kirche einen Vordenker der Ökumene verloren.

Ede zieht vom Leder

Der anhaltende Erfolg der Linkspartei in den neuen Ländern bringt die Umfragemehrheiten von Union und FDP ins Wanken. Aus diesem Grunde wird in der Union darüber nachgedacht, einen stärker auf die neuen Bundesländer zugeschnittenen Wahlkampf zu machen.

Wie sich Edmund Stoiber einen solchen vorstellt, ließ er bereits in der vergangenen Woche auf einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Würtemberg durchblicken.

Dass in den neuen Ländern die größten politischen Versager, Gysi und Lafontaine, rund 35 Prozent Wählerstimmen erzielen könnten, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen.

Es scheint also, als habe Edmund Stoiber sein Abschneiden bei den letzten Bundestagswahlen nicht verkraftet. Trotzdem wirft er anderen Frustration vor.

Gestern abend legte Stoiber in einem Interview des Radiosenders “B5 aktuell” nocheinmal nach:

Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern.

Es scheint, als wolle Stoiber mit solchen &Aul:ßerungen dafür sorgen, daß es jedenfalls keine Frau aus dem Osten ist, die über die Zukunft Deutschlands entscheidet.