Premiere geht leer aus

Der Schock beim PayTV-Anbieter Permiere sitzt tief: Am Mittag teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit, daß sie die bestehenden Verträge mit Premiere nicht verlängert und stattdessen dem Mitbewerber Arena den Zuschlag für die PayTV-Rechte an der Fußball-Bundesliga erteilt hat. Die FreeTV-Übertragungen bleiben bei ARD und ZDF beziehungsweise beim DSF.

Von der Saison 2006/07 an wird wird die Sportschau 20 Minuten später beginnen, am Format der Sendung wird sich allerdings nichts ändern, es gibt weithin alle 6 Spiele in der Zusammenfassung. Die Sonntagsspiele beim DSF werden 3 Stunden später als bisher, also um 22:00 ausgestrahlt. Insgesamt können sich Fußballfans und Gebührenzahler also freuen, Wehrmutstropfen ist allerdings das neue (alte) Freitagsspiel, das zwar auf Arena live zu sehen sein wird, eine Zusammenfassung am Freitag wird es nach derzeitigen Planungen aber nicht geben.

Die Premiere-Anleger reagieren verunsichert: Die Aktie verlor mehr als 40%, Premiere dürfte dadurch einen Verlust von knapp 800 Mio € erlitten haben. Offenbar hat sich der münchner Sender gewaltig verzockt. Zwar hatte Premiere mit über 250 Mio € mehr als die Mitbewerber geboten, die Forderung, sämtliche Zusammenfassungen im FreeTV dürften frühestens um 22:00 beginnen, ließ sich aber weder im achtköpfigen Vorstand der DFL noch bei den Vereinen durchsetzen.

Die Pressekonferenz gibt es als Stream bei der DFL.

Globale Dateinamenskonventionen unter Windows

Die Einschränkungen bei der Vergabe von Dateienamen unter Windows sind doch schlimmer, als ich dachte:

Do not use the following reserved device names for the name of a file: CON, PRN, AUX, NUL, COM1, COM2, COM3, COM4, COM5, COM6, COM7, COM8, COM9, LPT1, LPT2, LPT3, LPT4, LPT5, LPT6, LPT7, LPT8, and LPT9. Also avoid these names followed by an extension, for example, NUL.tx7.
Windows NT: CLOCK$ is also a reserved device name.

Holla! Noch mehr Einschränkungen findet Ihr beim Microsoft Developers Network

Debian legt zu

Auch wenn das Jahr noch nicht vorbei ist, kann man schon jetzt Bilanz ziehen: 2005 war ein gutes Jahr für Debian. Keine andere Linux-Distribution hat 2005 im Serverbereich stärker zugelegt, Sarge sei Dank. Marktführer bleibt weiterhin Red Hat, wie der englische Internetdienstleister Netcraft berichtet.

Interessantes Detail: Die Community-Projekte haben durchweg stärkere Zuwachsraten als die kommerziellen Distributionen. Auf Platz 2 hinter Debian folgt Fedora, erfolgreichster Newcomer ist CentOS, ein Community-Rebuild von Red Hat’s Enterprise Linux.

Weg mit Kevin!

Ferrero hat wahr gemacht, was viele von uns befürchtet haben: Ein neues Gesicht ziert die Kinderschokolade.

Original: *
Das Original *: Günter, das alte Gesicht der Kinderschokolade. Bildquelle: weg-mit-kevin.de

Das Original *: Günter, das alte Gesicht der Kinderschokolade. Bildquelle: weg-mit-kevin.de

Fälschung:
Das neue gesicht der Kinderschokolade, In Ermangelung eines Namens Kevin getauft. Bildquelle: weg-mit-kevin.de
Das neue gesicht der Kinderschokolade, in Ermangelung eines Namens Kevin getauft. Bildquelle: weg-mit-kevin.de

Das alte Originalgesicht: Günter mit langen Haaren. Bilgquelle: Spiegel-Online/Giger-Verlag

Vorbei der Charme der 70er Jahr, vorbei die Verwechselungen mit Tommy Ohrner (das Kinder-Modell hieß mit bürgerlichem Namen Günter Euringer).

Ich finde das mehr als bedauernswert und habe deshalb sofort für den Erhalt der alten Verpackung unterschrieben. Falls auch ihr das neue Grinsen nicht ertragen könnt, unterschreibt Ihr bitte die Petition auf http://weg-mit-kevin.de.

* Auch Günter wurde im Laufe der Jahre mehrmals verändert. Auf dem Originalfoto hatte er viel längere Haare als zuletzt. Die Ohren und das makellose Gebiss sind also schon auf der alten Verpackung gefläscht, wie man auf diesem Bild des Giger-Verlages deutlich sieht.

Hanns Dieter Hüsch ist tot

Hanns Dieter Hüsch verstarb in der Nacht zum heutigen Dienstag nach langer, schwerer Krankheit, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung Moers mitteilte. Der Künstler wurde 80 Jahre alt.

Hanns Dieter HüschHanns Dieter Hüsch wurde am 6. Mai 1925 in Moers am Niederrhein geboren. Aufgrund einer Gehbehinderung wurde der junge Hanns Dieter nicht von der Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg studierte er in Mainz Theaterwissenschaft, Literaturgeschichte und Philosophie, allerdings mit bescheidenem Engagement und mäßigen Erfolg. Stattdessen schrieb er eigene Texte und schloss sich dem Studenten-Kabarett “Die Tol(l)eranten” an. Es folgten Soloprogramme und Tourneen durch das europäische Ausland.

Auf den Essener Songtagen 1968 wurde Hüsch zusammen mit Franz Josef Degenhardt und Dieter Süverkrüp für den Auftritt zu ihrem Album “Da habt ihr es!” (noch) gefeiert, doch schon kurze Zeit später kam es zum Bruch mit der Studentenbewegung, die Hüsch einen “bourgeoisen Verniedlichungstrend” vorwarf und ihn als “Kitschgemüt mit Goldbrokat” bezeichnete. Tief getroffen zog sich Hüsch vorrübergehend von deutschen Bühnen zurück und rechnete danach in seinem Programm “Enthauptungen” mit den 68ern ab.

In den 70er Jahren gelang Hüsch der künstlerische Durchbruch, von Deutschlands Kleinkunstbühnen war er nicht mehr wegzudenken. Viele Leser werden Hanns Dieter Hüsch sicherlich auch als deutsche Stimme aus mehr als 400 “Laurel & Hardy”-Filmen und der Klamottenkiste kennen, die älteren werden sich eventeuell auch noch an die ARD-Serie “Goldener Sonntag” erinnern.

Von der Politik enfernte sich Hüsch immer weiter, stattdessen behandelte er auf der Bühne Begebenheiten des Alltages und Kritik am Kleinbürgertum. Aus dieser Kritik entwickelte sich Hüschs Alter Ego Hagenbuch, der pedantische, ewig nörgelnde Pessimist und Spießer.

Der Tod seiner ersten Ehefrau Marianne (bekannt aus seinen “Frieda”-Geschichten) führte 1988 zu einem Bruch in Hüschs Leben: Hüsch zog von Mainz nach Köln, seine Programme waren mehr Lesung als Kabarett. 1991 heiratete Hüsch seine zweite Frau Christiane Rasche-Hüsch.

Im Jahr 2000 nahm Hanns Dieter Hüsch mit seinem Programm “Wir sehen uns wieder” Abschied von mehr als 50 Jahren auf deutschen und internationalen Kleinkunstbühnen. Im Herbst 2001 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich im Gegensatz zu seiner vorrausgegangenen Krebserkrankung nicht mehr erholte. Deshalb verbrachte Hüsch die letzen Jahre zusammen mit seiner Frau Christiane in Windeck im Bergischen Land.

Hanns Dieter Hüsch war nicht nur Kabarettist und Komiker, er war ein Philosoph des Alltags, wie auch seine Bücher und Lieder zeigen. Zum Abschied hier also sein “Abendlied”, wohl eines der Lieder, die nur auf einer Philicorda-Heimorgel richtig gut klingen.

Abendlied

Schmetterling kommt nach Haus
kleiner Bär kommt nach Haus
Känguruh kommt nach Haus
die Lampen leuchten – der Tag ist aus

Kabeljau schwimmt nach Haus
Elephant läuft nach Haus
Ameise rast nach Haus
die Lampen leuchten – der Tag ist aus

Fuchs und Gans kommen nach Haus
Katz und Maus kommen nach Haus
Mann und Frau kommen nach Haus
die Lampen leuchten – der Tag ist aus

Alles schläft und alles wacht
alles weint und alles lacht
alles schweigt und alles spricht
alles weiß man leider nicht

alles schreit und alles lauscht
alles träumt und alles tauscht
sich im Leben wieder aus
es sitzt schon der Abend auf unserem Haus

Schmetterling fliegt nach Haus
wildes Pferd springt nach Haus
altes Kind kommt nach Haus
die Lampen leuchten – der Tag ist aus

Nun kehrt auch das alte Kind Hans Dieter nach Hause zurück. Die Stadt Moers plant ein Ehrenbegräbnis für ihren Ehrenbürger. Wir sehen uns wieder, Hanns Dieter!

Glück gehabt

Toms Auto

Da hat mein guter Freund Tom ja Glück gehabt, ich ebenfalls, denn ich hatte überlegt, mit ihm nach Hause zu fahren, habe dann aber doch das Rad genommen. So schnell kann’s gehen. Ist ja nur Blech und – festhalten – der Wagen fährt noch tadellos! Ist ja schließlich ein Mercedes, wird also noch repariert (und anschließend wahrscheinlich in Polen als “unfallfrei” verkauft ;) ).