Reperatur unterwegs

Per Bus auf dem Weg nach Ayuttaya. Der Bus hatta natürlich eine Panne, obwohl wir uns den Luxus gegönnt haben, den „1st Class Air Condition“ u.v.a.m. Bus zu nehmen. Carsten hatte sich noch gefreut, daß es ein echter, deutscher Mercedes Setra 303 war (im Gegensatz zu den ganzen gefälschten: Hier wird so ziemlich alles mit Mercedes-Sternenen und -Radkappen verziert.) Wartung oder Inspektion sind für die Leute hier Fremdwörter, mit einer guten Portion Gottvertrauen wird gefahren, bis etwas kaputt ist. Dann wird mit einfachsten Mitteln am Strassenrand repariert.

Bei unserem Bus war es die Lichtmaschine. Erst fiel das Bordvideoprogramm aus (kein Verlust, thailändisches Fernsehprogramm ist bis auf Thai-Boxen ungenießbar), dann die Innenbleuchtung und schließlich die Scheinwerfer. Hatte ich erwähnt, daß es ein Nachtbus war?

Man hält also in der nächsten namenlosen Ortschaft am Rande der sogenannten „Highways“ an und fragt sich zu einer Autowerkstatt durch. Die erste kann nicht helfen weiß aber, wer eventuell helfen könnte, obschon mit Sicherheit auch kein offizieller Mercedes-Vertragshändler, eher ein Familienbetrieb. Geregelte Öffnungszeiten gibt es sowieso nicht, und so kommt die ganze Familie aus dem Haus, um eifrig an die Arbeit zu gehen.

Eine Autobaterie und ein LKW-Scheinwerfer werden herangeschafft und auf der Standspur (eher eine Multifunktions-Spur, hier fahren auch Radfahrer, Rickschas und mobile Küchen) in aller Seelenruhe begonnen, den Bus auseinanderzunehmen.

Die Reisenden nehmen den unfreiwilligen Zwischenstopp gelassen, keine Klagen, gnädiges Warten, bis die Lichmaschine mit neuen/erneuerten Kohlen wieder eingesetzt ist. Der Vorgang dauert ca. 1 1/2 Stunden, sodaß wir spät in der Nacht in Ayutthaya ankommen. Der Bus überläßt uns an einer Abfahrt einigen Rikscha Fahrern, die uns für den Transport in die Stadt nochmal richtig ausnehmen.

Merke: Nie „1st Class Air Condition“ fahren! Die einfacheren 2. Klasse Überlandbusse sind zwar langsamer, dafür aber viel entpannter und billiger. Und nicht jeder Fahrgast dort hat ein ständig klingelndes Mobiltelefon.

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