Hansjörg Herr: Keynes und seine Interpreten

Essay zum Hauptseminar „Internationaler Währungsfond und Reform der Internationalen Fianazarchitektur„, Sommersemester 2003, Sitzung vom 03.06.03

Der Aufsatz von Herr bietet einen guten Einstieg in die Interpretation Keynes. Dabei ist zu betachen, dass die Interpretationen deutlich voneiander abweichen, weil unterscheidliche Schwerpunkte gesetzt oder Teile von Keynes Werk ausgeblendet werden.
Keynesianismus wird meist auf die Fiskalpoltik beschränkt. Von Seiten neoliberaler und neoklassischer Interpreten wird Keynes sogar eine Tendenz zu sozialistischen Wirtschaftmodellen unterstellt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Keynesianismus nach dem 2. Weltkrieg, spätestens aber seit Ende des Bretton-Woods-Systems und Beginn der grossen Globalisierungswelle, weitgehend aus der wissenschaftlichen Diskussion verdrängt wurde.
Meiner Meinung nach ist der keynesianistische Ansatz nach wie vor aktuell, er leistet bei der Analyse ökonomischer Vorgänge gute Dienste und erklärt Phänomene, vor denen andere Ansätze wie die Klassik oder Neoklassik kapitulieren müssen.
Allerdings wird auch deutlich, dass die Leistungen, wie bei allen theoretischen Modellen, begrenzt sind. Warum gibt es dann statt der vorherrschenden neoklassischen Interpretation aber keine Weiterentwicklung des Keynesianismus (gerade nicht im Sinne des Neo- oder Neu-Keynesianismus), die das Paradigma der Globalisierung stärker berücksichtigt?

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