Bangkok – eine Wahnsinns-Stadt

Wir haben uns Bangkok erst am Schluß der Reise „gegeben“ (das Wort spiegelt den Sachverhalt ganz gut wieder), und – wie Klaus Wowereit sagen würde – und das war auch gut so. Wenn man Bangkok gesehen hat, kann einen in Thailand nichts mehr schocken, denn nichts kann diese Stadt übertreffen. Kein Buddha ist größer, kein Palast pompöser, nirgendwo sind mehr Leute auf den Beinen. Perfekt organisiertes Chaos, harte Kontraste (arm-reich, hässlich-schön etc) und alles so geballt.

Unser Guesthouse war eine ziemliche Absteige unweit der Khao San Road, also recht laut, aber dafür recht billig. Für drei Tage sollte es reichen.

Blick in die Khao San Road

Blick in die Khao San Road

Full Moon-Party am Strand

Ihr merkt es schon: Ich kann mit dem ganzen Touri-Gehabe nicht so viel anfangen, fühle mich unwohl, wenn nur noch Touristen um mich herum sind, und das gipfelte dann auf der Full Moon-Pary. Der Strand war voller Europäer, Australier und Israelis. Riesige Boxentürme, die Musik laut, der Bass wummert, meist aber leider nur vom übelsten stumpfen Einheits-Techno-Sound, Euro-Dance oder irgendwelche mindertollen Pseudo-House-Styles. Und dafür bin ich 16 Stunden geflogen? Ich hatte mehr guten Goa oder ähnliches erwartet, aber das war musikalisch ein Reinfall.

Versteht mich nicht falsch: Der Ort war schon sehr cool, eine Wahnsinns-Bucht, aber wenn man dann die ganzen zugedrogten Leute da rumzappeln sieht, tut einem die Schönheit der Insel nur noch leid. Ich war also weniger angetan.

Die Party war trotzdem feuchtfröhlich, wir haben uns noch einen Tag zur Erholung gegönnt, bevor wir unser Lager abgebrochen haben, um nach Bangkok zu fahren.

Noch ne Insel: Ko Phagnan

Nach einigen Tagen des Nichtstuns und des Müßiggangs haben Carsten und ich mit einer abenteuerlichen Führe von Ko Samui zur Nachbarinsel Ko Phagnan übergesetzt. Da sich Vollmond, und damit die legendären „FullMoon“-Parties am Hat-Rin Beach näherten, war trotz Nebensaison eine Menge los.

So richtig viel kann man allerdings auf der Insel nicht machen, entweder extrem feiern und oder abhängen, dazwischen geht nicht viel. Wir erkunden die Insel und warten auf den Vollmond und die große Party.

Abendliche Strandidylle vor der Hütte

Abendliche Strandidylle vor der Hütte

Alles schon sehr auf Touristen zurecht gemacht, insbesondere auf die ach so unkonventionellen jugendlichen Bag-Packer, die – wie wir natürlich auch – letztendlich nur Touristen sind, die Ihren Spaß haben und dafür Geld lassen wollen.

Auf Ko Phangan und Ko Samui ist der Fischfang immer noch die größte Einnahmequelle der Einheimischen, also möchte ich gar nicht wissen, was in Phuket oder Pattaya abgeht. Aber da fahren wir ja auch nicht mehr hin, wir werden uns bald wieder gen Bangkok aufmachen.

Müßiggang auf Ko Samui

Von Ratchaburi sind wir mit dem Nachtzug nach Surat Thani gefahren, und von dort mit Bus und Fähre nach Ko Samui. Hier liegen wir jetzt erstmal am Starnd uns lassen und dier Sonne auf den Pelz scheinen.
Insgesammt haben wir bestimmt schon über 2500 Km in Thailand zurükgelegt, alleine von der Spitze in Norden (wir waren kurz vor der Laotischen Grenze) bis hier in den Süden sind es ca. 1600 Km, was mal eben der Entfernung von Kopenhagen nach Mailand entspricht. Also erstmal genug Kilometer gerissen. Beim Lonleyplanet gibt es eine schöne Karte, auf der man alles erkennen kann gibt es unter. Und nun zurück unter die Palmen, das Meer ruft!

Auf der Überfahrt nach Ko Samui

Auf der Überfahrt nach Ko Samui

Höhlen und Fledermäuse

Den Rummel in Ayuthaya haben wir 2 Tage ausgehalten, danach sind Carsten und ich nach Ratchaburi gefahren, eine kleine Stadt in der Provinz, wo wir wirklich die einzigen Touristen schienen. In der Gegend gibt es viele Höhlen, dier wir uns angeguckt haben. In einer hausen ca. 2 Millionen Fledermäuse, die abends zur Dämmerung ausschwärmen. Das dauert dann mindestens eine Stunde und war doch sehr beeeindruckend… ein unglaublich großer schwarzer Schwarm sucht geht auf Nahrungsuche. Dabei fliegen die Fledermäuse bis zu 30 Kilometer weit.

Millionen von Fledermäusen schwärmen aus

Millionen von Fledermäusen schwärmen aus

Noch mehr Tempel und Bhuddas

Ayutthaya ist nach Sukhothai die Hauptstadt Siams gewesen, allerdings nur für gute 100 Jahre, bis die Burmesen kamen. Hier gibt es noch wesentlich mehr zu sehen, allerdings ist sehr von Touristen überlaufen.

Ein alter Tempel in Ayutthaya

Ein alter Tempel in Ayutthaya

Reperatur unterwegs

Per Bus auf dem Weg nach Ayuttaya. Der Bus hatta natürlich eine Panne, obwohl wir uns den Luxus gegönnt haben, den „1st Class Air Condition“ u.v.a.m. Bus zu nehmen. Carsten hatte sich noch gefreut, daß es ein echter, deutscher Mercedes Setra 303 war (im Gegensatz zu den ganzen gefälschten: Hier wird so ziemlich alles mit Mercedes-Sternenen und -Radkappen verziert.) Wartung oder Inspektion sind für die Leute hier Fremdwörter, mit einer guten Portion Gottvertrauen wird gefahren, bis etwas kaputt ist. Dann wird mit einfachsten Mitteln am Strassenrand repariert.

Bei unserem Bus war es die Lichtmaschine. Erst fiel das Bordvideoprogramm aus (kein Verlust, thailändisches Fernsehprogramm ist bis auf Thai-Boxen ungenießbar), dann die Innenbleuchtung und schließlich die Scheinwerfer. Hatte ich erwähnt, daß es ein Nachtbus war?

Man hält also in der nächsten namenlosen Ortschaft am Rande der sogenannten „Highways“ an und fragt sich zu einer Autowerkstatt durch. Die erste kann nicht helfen weiß aber, wer eventuell helfen könnte, obschon mit Sicherheit auch kein offizieller Mercedes-Vertragshändler, eher ein Familienbetrieb. Geregelte Öffnungszeiten gibt es sowieso nicht, und so kommt die ganze Familie aus dem Haus, um eifrig an die Arbeit zu gehen.

Eine Autobaterie und ein LKW-Scheinwerfer werden herangeschafft und auf der Standspur (eher eine Multifunktions-Spur, hier fahren auch Radfahrer, Rickschas und mobile Küchen) in aller Seelenruhe begonnen, den Bus auseinanderzunehmen.

Die Reisenden nehmen den unfreiwilligen Zwischenstopp gelassen, keine Klagen, gnädiges Warten, bis die Lichmaschine mit neuen/erneuerten Kohlen wieder eingesetzt ist. Der Vorgang dauert ca. 1 1/2 Stunden, sodaß wir spät in der Nacht in Ayutthaya ankommen. Der Bus überläßt uns an einer Abfahrt einigen Rikscha Fahrern, die uns für den Transport in die Stadt nochmal richtig ausnehmen.

Merke: Nie „1st Class Air Condition“ fahren! Die einfacheren 2. Klasse Überlandbusse sind zwar langsamer, dafür aber viel entpannter und billiger. Und nicht jeder Fahrgast dort hat ein ständig klingelndes Mobiltelefon.

Ruinen und Buddhas

Von Chiang Mai aus sind wir mit dem Bus nach Sukhothai gefahren. Sukhothai war früher mal die Hauptstadt von Siam, heute gibt es dort einen großen archäologischen Park. An vielen Stellen kann man allerdings nicht mehr erkennen, ist ja schließlich auch schon aus dem 13. -15 Jahrhundert.

Tempelruine in Sukhothai

Tempelruine in Sukhottai

Das Dach Thailands

Nach dem Trek haben wir erstmal einen Tag nur ausgespannt. Heute haben wir uns noch mit einigen Leuten, die wir in den letzten Tagen kennen gelernt haben, einen Jeep gemietet und sind in den Doi Ithanoi Nationalpark gefahren. Dort ist der höchste Berg Thailands, allerdings nicht wegen seiner Hoehe sehenswert, (die eigentliche Bergspitze ist potthässlich mit einer Radarstation des Militärs verbaut) sondern wegen der atemberaubenden Wasserfälle und der Natur.

Wasserfall am Doi Ithanon

Wasserfall am Doi Ithanon

Kein Kambodscha

Kambodscha haben wir geknickt. Irgendwie ist man immer länger unterwegs, irgendwie gibt man immer mehr Geld aus, irgendwas ist immer noch zu sehen und im Zweifel geht immer was schief. Nicht, daß das schlimm wäre, aber man muss hier halt in anderen Dimensionen denken, als man es von Europa gewohnt ist. Also musste Kambodscha dran glauben, Visum und der ganze Aufwandt standen in keinem Verhältnis zu dem, was wir in Angkor uns in der kurzen Zeit hätten angucken können. Dafür fahren wir jetzt nach Sukhothai und Ayutthaya.