Durch ein Posting im Blog von Dave Jones bin ich auf den „Bugzilla Bug 176992 – The worlds most useless dialog“ aufmerksam geworden. Linux ist definitiv bereit für den Desktop!
Debian legt zu
Auch wenn das Jahr noch nicht vorbei ist, kann man schon jetzt Bilanz ziehen: 2005 war ein gutes Jahr für Debian. Keine andere Linux-Distribution hat 2005 im Serverbereich stärker zugelegt, Sarge sei Dank. Marktführer bleibt weiterhin Red Hat, wie der englische Internetdienstleister Netcraft berichtet.
Interessantes Detail: Die Community-Projekte haben durchweg stärkere Zuwachsraten als die kommerziellen Distributionen. Auf Platz 2 hinter Debian folgt Fedora, erfolgreichster Newcomer ist CentOS, ein Community-Rebuild von Red Hat’s Enterprise Linux.
Fedora Core 5 Goals
Ich rolle mich grade vor Lachen am Boden. Mal wieder eine dumme Frage, mal wieder eine kluge Antwort. Mal wieder auf der Fedora-Liste gefunden:
On Mon, 2005-11-28 at 11:36 -0800, XXXX XXXXXXX wrote:
> Anyone know where to find documentation about the
> goals and improvements intended for FC5?They are planning to solve world hunger with a yum update.
Wenn’s denn so einfach wäre…
Schach-Cheater
Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbilde (oder typischen Geek-Humor entwickle), aber die Fedora-Liste wird immer komischer.
On Tue, 2005-10-04 at 22:15 +0930, Tim wrote:
[snip]
> I’m not a chess player, but my mother asked me to find a
> decent chess game for her. I offered her GNU chess, but she
> claimed it didn’t use the rules she knew (it wouldn’t let
> her make certain moves). Are there different variations on
> how to place chess?Yup, it’s called cheating 🙂
Doom auf dem Nokia 770

Das linuxbasierte Noika 770 Internet Tablet ist (offiziell) noch nicht auf dem Markt, stellt aber schon jetzt auf ungewöhnliche Weise seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Im Internet kursieren 2 Videos, auf denen Marcelo Oliveria und Mohammad Dhani Anwari, Entwickler des INdT OSTMC Teams, Doom zocken. Das ganze sieht sehr flüssig aus, die Steuerung mittles Pen dürfte allerdings gewöhnungsbedürftig sein.
Als Betriebssystem kommt die „Internet Tablet 2005 Software Edition“ zum Einsatz. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein debianbasiertes Linux mit Kernel 2.6.x, einem Gnome GUI und dpkg zur Paketverwaltung, das von Nokias OpenSource Projekt Maemo entwickelt wird. Für 2006 ist ein umfassendes Software-Update inklusive Instant Messenger und VoIP geplant, Kosten dafür laut Nokia abhängig vom Vertriebskanal. Da aber der Quellcode und ein komplettes SDK zum Download bereit stehen (komfortabel per apt-Repository), sollte es auch möglich sein, die Pakete selber zu compilern.
Das Noika 770 hat auf jeden Fall jetzt schon das Zeug zum absoluten Nerd-Gadget zu werden.
Gefunden auf internettablettalk.com
Opera für lau
„Wir werden unseren Benutzern immer das beste Interneterlebnis bieten – egal mit welcher Maschine. Heute erhält die Mission neue Dimensionen.“ Große Worte, die Opera-Chef Jon Stephenson von Tetzchner von sich gibt. Allerdings nicht ohne Grund: Opera, der wohl schlankeste und schnellste Browser auf dem Markt, ist ab sofort Freeware.
Schon vorher gab es eine Gratisversion des Browsers, diese nervte aber ihre Benutzer mit einem eingebauten Werbefenster so lange, bis sie bereits waren, 40 US-$ bzw. 34 Euro zu für die Vollversion zu zahlen, für Werbung völlig blind waren oder wieder zu einem anderen Browser zurückgekehrt sind. Damit ist jetzt Schluß, den Kampf um Marktanteile auf dem Browsersektor gewinnt man nicht mit einem kostenpflichtigen Produkt, während die Konkurrenzprodukte gratis sind.
Zusätzlich kommt Opera 8.5 mit neuen Features: Tabbed Browsing oder die Unterstützung von Skins, wie man es von Mozilla (Firefox) kennt sind Pflichtübungen, als Kür hinzugekommen ist eine umfangreiche Memory Funktion und sowie einige Sicherheitsfeatures. Viele gute Gründe, Opera mal auszuprobieren. Downoad unter http://www.opera.com/download/.
Böser Bildschirmschoner
Gleich noch ein Posting von der Fedora-Mailingliste hinterher. Leute gibt’s…
From: Tom Xxxx
An: fedora-list redhat com
Betreff: Screen Saver Not Funny
Datum: Mon, 19 Sep 2005 20:43:28 -0700 (Di, 05:43 CEST)FC4 has a screen saver that replicates the scrolling text of a system
that has just experienced a kernel panic crash. The first and second
time I saw this I panicked! I almost went into reinstall system
mode, or even worse, start buying new hardware.This is not amusing ! I’m now going to disable screen saver and just
power down the monitor.
Für alle Windows-Nutzer, die das mal nachvollziehen wollen, gibt es einen BlueScreen Screensaver.
Dumme Frage, kluge Antwort
> —–Original Message—–
> From: fedora-list-bounces redhat com
> Sent: Monday, August 22, 2005 10:33 AM
> To: fedora-list redhat com
> Subject: SELinux
>
> How does it work ?
>42
gefunden auf der Fedora-Liste.
AVM Fritzcards und Fedora Core 4
Update 08.08.2006: Nutzer von Fedora Core 5 lesen bitte diesen Artikel.
Nachdem mit dem heutigen Update der selinux-policy-targeted Unterstützung für das capifs bereitsteht, nehme ich mir die Zeit, ein kurzes HowTo zur Verwendung der AVM FritzCards unter Fedora Core 4 zu schreiben.
Zumindest die internen ISDN-FritzCards arbeiten mit den bewährten Hisax-Treibern unter Fedora auf Anhieb problemlos, wer aber für Anwendungen wie Fax-over-ISDN die proprietären CAPI-Treiber von AVM nutzen will, muß aufgrund der Probleme mit udev ein wenig Handarbeit anlegen. Dazu später, ersteinmal gilt es, das AVM Kernelmodul fcpci zu installieren. Für die Fritzcard PCI gibt es fertige Pakete bei Axel Thimm, für andere Karten wie die FritzCard DSL muß man sich das Kernelmodul selbst bauen.
ISDN deaktivieren:
service isdn stop
chkconfig isdn off
Falls die Fritzcard in der Netzwerkkonfiguration system-config-network als Ethernet-Gerät auftaucht, diesen Eintrag löschen. Von der Konsole kann man das erledigen, indem man die Datei /etc/sysconfig/idsncard löscht/verschiebt und außerdem den entprechenden „alias ethX hisax“ aus der Datei /etc/modprobe.conf löscht. Jetzt sollten bei Booten keine ISDN Module mehr geladen werden.
Installation mittel yum:
yum --enablerepo=at-stable install fcpci
Sollte yum dabei durcheinander kommen und Euren Kernel up- oder downgraden sollte, versucht es mit:
yum --enablerepo=at-stable install fcpci-kmdl-`uname -r`
Eigenbau des Moduls:
Wer dennoch das Kernelmodul selbst bauen möchte oder muß, läd es sich vom AVM-FTP-Server herunter, für die Fritzcard DSL und einen aktuellen 2.6.12er Kernel zum Beispiel das Archiv fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz.
Zum Übersetzen muß das Paket kernel-devel (des aktuellen Kernels) installiert sein.
yum install kernel-devel
wget ftp://ftp.avm.de/cardware/fritzcrd.dsl/linux/suse.93/fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz
tar xzf fcdsl-suse93-3.11-07.tar.gz
cd fritz
make
make install
depmod -ae
Die letzen beiden Befehle müssen als root ausgeführt werden, bei der DSL Karte muß root zusätzlich noch die Firmware fdslbase.bin nach /usr/lib/isdn kopieren:
cp fdslbase.bin /usr/lib/isdn.
Wenn depmod keine Fehler gebracht hat, geht es weiter mit der Anpassung der /etc/capi.conf. Da diese nicht im Paket von Axel Thimm enthalten ist, poste ich meine mal in voller Länge. Bis auf die eingebaute Karte müssen alle anderen Einträge auskommentiert sein.
# card file proto io irq mem cardnr options
#b1isa b1.t4 DSS1 0x150 7 – – P2P
#b1pci b1.t4 DSS1 – – – –
#b1pci – – – – – –
#b1pci – – – – – – P2P
#b1pciv4 b1.t4 – – – – –
#c2 c2.bin DSS1 – – – –
#c2 – DSS1 – – – –
#c4 c4.bin DSS1 – – – –
#c4 – DSS1 – – – –
#c4 – DSS1 – – – – P2P
#c4 c4.bin DSS1 – – – – P2P
#t1isa t1.t4 DSS1 0x340 9 – 0
#t1pci t1.t4 DSS1 – – – –
#fcclassic – – 0x300 5 – –
fcpci – – – – – –
#fcpcmcia – – – – – –
#fcpnp – – 0x150 10 – –
#fcdsl fdslbase.bin – – – – –
#fcdsl2 fds2base.bin – – – – –
#fcusb – – – – – –
#fcusb20 fus2base.frm – – – – –
#fcusb21 fus3base.frm – – – – –
#fxusb – – – – – –
#fcdslusb fdsubase.frm – – – – –
#fcdslsl fdssbase.bin – – – – –
#fcdslslusb fdlubase.frm – – – – –
Wer denkt, jetzt die capi mittels capiinit starten zu können, irrt sich. Zuerst gilt es noch, zwei udev-Rules anzulegen. Ich habe das in der Datei /etc/udev/rules.d/10-capi.rules getan:
SYSFS{dev}=“68:0″, NAME=“capi20″
SYSFS{dev}=“191:[0-9]*“,NAME=“capi/%n“
(Hintergründe dieses dirty Hacks in diesem Bugzilla Eintrag)
Immer noch meldet capiinit beim ersten Start, daß kein /dev/capi20 vorhanden ist, udev erstellt es leider erst, nachdem capiinit scheitert. Deshalb ein weiterer kleiner Hack:
cd /etc/udev/devices
mknod -m 666 capi20 c 68 0
Auch nicht schön, aber der Aufruf von capiinit sollte jetzt keine Fehler mehr produzieren und alle Module laden. Wir überprüfen das:
# lsmod
Module Size Used by
fcpci 589592 0
capi 17537 0
kernelcapi 46561 2 fcpci,capi
capifs 5961 2 capi
...
Sieht gut aus, jetzt ist es an der Zeit, ein init-Skript zu erstellen, um die Capi automatisch beim Systemstart zu laden. Mein /etc/init.d/capi sieht so aus:
#!/bin/sh
#
# capi Script to start and stop capi for passive ISDN Cards
#
# chkconfig: – 55 45
# description: capi4linux is a CAPI 2.0 Implementation by AVM # for passive ISDN-Cards like the die Fritz!Cards
# probe: true# Source function library.
. /etc/rc.d/init.d/functions
[ -f /sbin/capiinit ] || exit 0
[ -f /etc/capi.conf ] || exit 0
RETVAL=0# Starten oder stoppen?
case „$1“ in
start)
# Start
echo -n „Starting capi4linux: “
## If you have trouble with capiinit load the modules
## with modprobe. Should not be necessary at the moment!
# modprobe capifs
# modprobe kernelcapi && modprobe capi && modprobe fcpci
/sbin/capiinit
RETVAL=$?
echo
;;
stop)
# Stop.
echo -n „Stopping capi4linux: “
/sbin/capiinit stop
## removing capifs DOES NOT work (Module in use)
# rmmod capifs
RETVAL=$?
echo
;;
status)
capiinfo
exit $?
;;
restart)
$0 stop
$0 start
;;
*)
echo „Usage: capi {start|stop|status|restart}“
exit 1
esacexit $RETVAL
Drei Handgriffe, damit unser neues Script bei jedem Boot ausgeführt wird:
chmod +x /etc/init.d/capi
chkconfig --add capi
chkconfig capi on
Bevor ihr neu bootet stellt sicher, daß ihr mindestens selinux-policy-targeted-1.25.4-10 installiert habt oder SELinux deaktiviert/im permissive Mode läuft, anderenfalls werdet ihr eine Menge Kernel-Oopses sehen, bei mir waren es 118 nur während des Bootens (mehr dazu hier).
Auf die Konfiguration der des ppp gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein, die Dokumentation von AVM sollte ausreichen. Für alle, die es gerne ausführlich mögen:
- Howto: ISDN Fritz PCI 2.0 unter Debian von Gert Brinkmann
- Fritz!Card DSL-HOWTO von Uwe Zeisberger
GoogleTalk und die Zukunft von Google
Google, der Marktführer unter den Suchmaschinen, hat ein neues Produkt am Start: Den Messenger GoogleTalk. Mit GoogleTalk können Nutzer von Googles E-Mail Dienst Gmail mit fast allen ihren Freunden via Internet chatten und telefonieren, egal welches Programm oder Protokoll diese nutzen. Bisher werden leider nur GMail Konten unterstützt, aber ICQ und die Protokolle von AOL und MSN sind in Planung, weitere können folgen, da GoogleTalk das OpenSource Protokoll Jabber bzw. den daraus entwickelten XMPP-Standard nutzt.
Für Windows steht eine englischsprachige Version von GoogleTalk zum Download bereit. Nutzer anderer Betriebssysteme können den Dienst mit anderen Clients nutzen, die das Jabber Protokoll beherrschen, allerdings müssen sie dabei auf die Möglichkeit der Internettelefonie verzichten.
Pünktlich zur Einführung von GoogleTalk macht sich der Spiegel Gedanken über die Zukunft des Unternehmens Google. Thomas Hillenbrand hat einen lesenswerten Artikel verfasst, in dem er 5 Szenarien skizziert, wo Google im Jahr 2010 steht. Ich persönlich denke, keiner seiner Entwürfe zutreffen wird, vielmehr wird die „Krake Google“ von allem etwas machen; Suche, Digitales Archiv, Messenging und vorallem personalisierte Werbung.
