Wolfgang Filc: Die Schaltzentrale der Globalisierung – der Internationale Währungsfonds

Essay zum Hauptseminar

Internationaler Währungsfond und Reform der Internationalen Fianazarchitektur

Sommersemester 2003, Sitzung vom 06.05.03.

Nach einer ebenso anschaulichen wie überflüssigen Schilderung des äußeren Erscheinungebildes von IWF und Weltbank wendet sich Autor Wolfgang Filc der Geschichte beider Instititionen zu. Dabei zeigt er den Paradigmenwechsel, der mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971 einher ging, deutlich auf und weist auf die institutionelle wie personelle Vormachtstellung der Vereinigten Staaten im Währungsfonds hin.
Die Mexiko-Krise markiert 1982 einen weiteren Bruch in der Geschichte des IWF: Nie vorher haben die USA so massiv ihre eigenen Interessen vertreten, auch gegen den Willen anderer Mitgliedsländer. Seit 1982 jedoch gibt es eine Entwicklung, die den Währungsfonds mehr und mehr als das ‘Politbüro’ – wenn nicht der USA, dann doch der Industrienationen, je nachdem, wie groß mal wieder der Konsens war – zur Durchsetzung politischer Interessen mit wirtschaftlichen Mitteln erscheinen lassen.
Der IWF hat ein gewaltiges Legitimationsdefizit: Zu der fehlenden Kontrolle kommen Bürokratie und ‘Korpsgeist’, die einen pluralistischen politischen Wettbewerb verhindern, der Konsens des Denkens (‘Washingtoner Konsens’) heißt Marktfundamentlismus.
Was also ist der IWF: Notwendiger Schützer der Wirtschaft oder Versicherungsschutz für die Anleger aus reichen Ländern?

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